Warum ich Facebook, Twitter und Instagram nicht mehr aushalte

Da war er! Der Moment! Weg! Löschen! Wo kann ich mich löschen? Gar nicht so leicht. Gefühlte 15 Minuten später war es dann getan. Endgültig abgeschlossen.

Kein Zwitschern, keine plakativen Fitnessmodelle, keine Bilder von anderen Plattensammlungen. Keine Bilder aus der Rückenperspektive irgendwelcher DJ’s,  vor sich stehend ein Heer wildgewordener Tänzer, die sich genau beim Drop haben ablichten lassen: Mit Publikum. Von vorne. Designed, umhüllt im Dunst von Nebel und aufflackernder Strobolichter. Keine Beiträge von und über und neben Aiports, von Flügeln in den Wolken. Line-Up’s, die mich nicht mehr vom Hocker reißen. Irgendwie alles schon mal da gewesen.

Glattgebügelte Hochglanzformate findet man nicht nur beim Zeitschriftenhändler. Nein, das bessere Leben findet auch Digital statt.

Kommentare, die Wut bezeugen, zumeist auch Dummheit. Kommentare, die Liebe offenbart und nicht erwidert wird. Kommentare, die so tief in anderen Ärschen stecken, daß man vor lauter Fremdschämen nur noch eines denkt: Warum?

Selbstbeweihräucherung und Mitleid erregen gehen Hand in Hand. Jeder Schritt, ein weiterer Richtung eigener Offenbarung. Narzissmus, wo ich nur hingucke.

Diese Formate sind nichts für Poeten

Nichts für Menschen, die tatsächlich an sich selbst glauben und keiner Bewertung trauen, außer ihrer Eigenen. So Eigensinnig und Paradox das auch klingen mag. Es geht dort um Gefühle. Um Reichweite. Um Aufmerksamkeit. An einem Strang, nur für einen kurzen Moment. Like it or leave it …

I couldn’t stand it

 

Salvatore Gonda

79er Jahrgang, in der damaligen DDR geboren, mit Mutter als sechsjähriger über Prag geflüchtet, gescheitert und dennoch, seit 1985 West-Berliner. Okay, damals. Heute seh ich mich als Berliner. Ich liebe die Vielfalt dieser Stadt. Außerdem viele Jahre als Programmierer für eine kleine Firma tätig. Nicht der Rede wert, aber ich habe viel gelernt. Zwischendurch, aber auch mal hauptsächlich, viel mit Musik zu tun gehabt. Gerade in einer kreativen Pause mit der Rückkehr zu meiner wahren Profession: Der Entwicklung von Software.

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